F11 520d B47 – starker Ölverlust im Bereich Ölmessstab / oberhalb Ölwanne

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier im Forum und wollte mich kurz vorstellen, bevor ich direkt mit einem Problem um die Ecke komme. 🙂


    Ich fahre schon seit vielen Jahren BMW und hatte unter anderem einen E36, E46 und E90. Seit etwa zwei Jahren begleitet mich nun ein F11 520d, Baujahr 2016, mit dem 2,0-Liter-Diesel B47 und 190 PS.

    Ich fahre relativ viel, ungefähr 30.000 km im Jahr. Der F11 hat inzwischen rund 205.000 km auf der Uhr und lief bisher eigentlich sehr zuverlässig.

    Nun habe ich allerdings einen ziemlich starken Ölverlust entdeckt, bei dem ich aktuell nicht wirklich weiterkomme.


    Das Öl tritt im Bereich oberhalb der Ölwanne, ungefähr dort, wo das Rohr des Ölmessstabs sitzt, aus. Ich habe den kompletten Bereich gründlich sauber und trocken gemacht und den Motor anschließend laufen lassen.

    Bereits nach ungefähr zwei Minuten Motorlauf bildet sich wieder eine deutlich sichtbare Ölspur (s. Foto). Es handelt sich also nicht nur um leichtes Schwitzen, sondern es kommt relativ schnell frisches Öl nach.


    Auf den Bildern sieht man, dass das Öl aus der Ecke oberhalb der Ölwanne herunterläuft. Für mich ist momentan schwer zu erkennen, ob die Ursache tatsächlich am Ölmessstabrohr bzw. dessen O-Ring liegt oder ob das Öl von weiter oben kommt und dort lediglich herunterläuft.



    Als mögliche Ursachen habe ich bisher im Kopf:

    • Dichtung Ölfiltergehäuse
    • Dichtung Ölkühler / Wärmetauscher
    • Öldrucksensor bzw. ein Bauteil des Ölkreislaufs in diesem Bereich
    • O-Ring bzw. Abdichtung des Ölmessstabrohres
    • eventuell eine andere Ölleitung oder Dichtung oberhalb dieser Stelle

    Ich hänge Fotos und ein Video dazu, auf denen man den Bereich und die frische Ölspur ganz gut erkennen kann.

    Vielleicht hatte jemand von euch beim B47 schon einmal genau an dieser Stelle einen Ölverlust und kann mir einen Tipp geben, welches Bauteil dort typischerweise undicht wird.

    Mich würde vor allem interessieren, ob jemand dieses Fehlerbild wiedererkennt, bevor ich anfange, auf Verdacht Teile auszubauen.



    Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe und viele Grüße,

    Barth

  • Hallo und willkommen im Forum! Der B47 ist ein klasse Motor. Bei verkürzten Intervallen wirklich top.


    Kenne so an sich nichts, aber sieht mir in der Tat nach dem kleinen O-Ring vom Ölmessstab aus.


    Hier der O-Ring. Teilenummer ist: 11437794698

  • Hi,


    ja vielen Dank für die Teilenummer und die Rückmeldung. Würde es in dem Fall vielleicht Sinn machen auch das Gehäuse abzunehmen und die Dichtung zu ersetzen? Oder wenn ich es schon abbaue, das komplette Gehäuse auszutauschen? Oder würdest du sagen, erstmal mit dem Ohrring beginnen und dann erst weiter basteln, falls das nicht hilft. Ich mein das gute ist, man sieht es halt sofort ob es noch raus kommt. dauert in etwa 1 min, dann läufts runter.


    Beste Grüße,

    barth

  • Meinst du den Ölkühler? Also wenn dieser zwingend entfernt werden muss, dann sicherlich immer Dichtung tauschen.

    B47 ASB, sowie Einlasskanäle gereinigt und AGR optimiert

  • Meinst du den Ölkühler? Also wenn dieser zwingend entfernt werden muss, dann sicherlich immer Dichtung tauschen.

    genau immer Dichtung tauschen wenn es demontiert wird.

    Motoröl und Kühlwasser auch immer mit wechseln.

    Alles was funktioniert ist technisch veraltet :D

  • ... ach ja,


    schön wäre es gewesen. Aber beim F11 B47 geht das Röhrchen vom Ölmessstab leider nicht so einfach nach oben raus. Um es rauszubekommen, muss beim Automatik zuvor der Getriebeöl-Wärmetauscher raus. So ein Elend...

  • Berichte gerne, wenn du mehr weißt und du weitere Anleitungen benötigst.

    B47 ASB, sowie Einlasskanäle gereinigt und AGR optimiert

  • Hallo zusammen,

    ich habe heute Nachmittag weiter zerlegt.

    Zuerst habe ich den Wärmetauscher vom Getriebe und alles, was im Weg war, ausgebaut. War eine ziemliche Sauerei mit Motoröl, Kühlmittel und ATF. ^^

    Danach konnte ich endlich das Führungsrohr vom Ölmessstab herausziehen. Am O-Ring selbst ist allerdings nichts Auffälliges zu erkennen. Keine Risse, nicht spröde und noch schön weich.

    Da der ganze Bereich sowieso schon mit Öl eingesaut war, konnte ich leider nicht mehr sicher erkennen, ob das Öl tatsächlich direkt am Messstabrohr austritt oder von weiter oben herunterläuft.

    Weil inzwischen ohnehin schon sehr viel zerlegt war, habe ich deshalb auch gleich das komplette Ölfiltergehäuse ausgebaut.

    An den Formdichtungen des Ölfiltergehäuses sieht man ebenfalls keinen eindeutigen Schaden. Was mir allerdings auffällt: Einige der Dichtungen liegen teilweise fast bündig in ihren Nuten und stehen kaum noch über.

    Kann natürlich sein, dass die Dichtungen mit der Zeit einfach plattgedrückt wurden und bei laufendem Motor bzw. unter Öldruck nicht mehr sauber abdichten. Ist aber momentan auch nur eine Vermutung.

    Einen offensichtlichen Riss am Ölfiltergehäuse konnte ich bisher ebenfalls nicht entdecken. Da das Gehäuse aber aus Kunststoff besteht, möchte ich einen feinen Haarriss nicht komplett ausschließen.

    Da ich jetzt sowieso so weit zerlegt habe, würde ich ungern die alten Teile und Dichtungen wieder einbauen und anschließend feststellen, dass es immer noch undicht ist.

    Mein Plan wäre deshalb aktuell, folgende Teile neu zu machen:

    • komplettes Ölfiltergehäuse inkl. Motorölkühler/Wärmetauscher und neuen Dichtungen
    • Öldrucksensor (wenn es das Teil rechts neben dem Flansch ist)
    • O-Ring vom Ölmessstab-Führungsrohr, BMW 11437794698
    • neuer Motorölfilter
    • neues Motoröl, 5W-30
    • neues Kühlmittel / G48
    • neuer Dichtring bzw. neue Ölablassschraube
    • entsprechendes ATF zum Auffüllen bzw. Einstellen des Getriebeölstands

    Was meint ihr dazu?



    Würdet ihr bei dem Zerlegungsstand ebenfalls das komplette Ölfiltergehäuse inkl. Kühler erneuern oder eher nur die Dichtungen?

    Und gibt es in diesem Bereich beim B47 noch irgendeinen typischen Kandidaten, den ich jetzt unbedingt prüfen oder gleich mitmachen sollte, solange alles offen ist?

    Ich möchte ungern alles wieder zusammenbauen und dann feststellen, dass der Ölverlust doch von einem 20-Euro-Teil daneben kam.



    Viele Grüße

    Barth

  • Öldrucksensor tauschen und das Getriebeöl zum Auffüllen würd ich mir sparen.


    Hat ja keinen Fehler gemacht

    Wenn du das Getriebe in Angriff nimmst, lass es spülen.


    Ansonsten ist der Rest in Ordnung

    B47 ASB, sowie Einlasskanäle gereinigt und AGR optimiert

  • Hi zusammen,


    um das Thema hier noch ordentlich abzuschließen und nicht einfach ergebnislos versanden zu lassen, hier die Auflösung:


    Nachdem ich das Ölgehäuse, den Öldrucksensor, den O-Ring für den Ölmessstab und sämtliche Flüssigkeiten bei Autodoc bestellt hatte, wurden aus dem vielversprechenden „Auf Lager“ dann plötzlich entspannte neun Tage Lieferzeit. Also Bestellung wieder storniert und das Ganze bei einem anderen Händler geordert.


    Nachdem endlich alle Teile da waren, habe ich den Wagen wieder mit den Neuteilen zusammengesetzt, Öl eingefüllt, das Kühlsystem mit einer Unterdruckpumpe befüllt und noch eine kleine Menge ATF nachgekippt.

    Und zum Glück hatte ich vorsorglich auch einen neuen Öldrucksensor bestellt, sonst hätte ich die eigentliche Ursache vermutlich gar nicht bemerkt:


    Der alte Öldrucksensor war komplett lose. Also nicht „ein bisschen locker“, sondern locker eine ganze Umdrehung herausgedreht. Dass der so nicht mehr abdichten konnte, dürfte niemanden überraschen. 😄

    Obwohl ich einen neuen Sensor bestellt hatte, habe ich am Ende den originalen wieder eingebaut, da er von Bosch ist und der neue irgend nen' billig teil war, diesmal allerdings nach dem revolutionären Prinzip „ordentlich festschrauben“.


    Da ich keine lange 27er Nuss zur Hand hatte, musste ein 27er Ringschlüssel herhalten. Der wiederum war natürlich zu dick, um vernünftig an den Sensor zu kommen. Also Flex raus und den Ring erst einmal ordentlich auf Diät gesetzt, bis er endlich gepasst hat.


    Der eigentliche Endgegner kam danach: die Reinigung der Unterbodenverkleidung und des gesamten Schallschutzes. Dafür gingen nochmal gute drei Stunden drauf, weil sich die Öl-Mocke dort offenbar häuslich eingerichtet hatte und keinerlei Absicht zeigte, freiwillig auszuziehen.



    Ende gut, alles gut.

    Der Wagen läuft wieder einwandfrei und ist aktuell staubtrocken. So darf es gerne bleiben!



    Danke nochmal an alle für eure Hilfe!