F10 520d - 154TKM - Verkokung der Ansaugwege sowie 7TKM bis Motorölwechselintervall

  • Es steht wohl außer Frage, daß man in Steyr genau weiß, was man tut und daher die Werkseinstellungen definitiv die beste Abwägung zwischen sauberer und sparsamer Verbrennung und niedrigen Schadstoffwerten darstellt. Wäre da aber kein Abgas im Ansaugtrakt (und somit Ruß), so gäbe es kaum Ablagerungen in der Ansaugbrücke. Ölnebel und Kondensat könnten dann nur die geringe Menge Staub (welche den Luftfilter passieren konnte) verbacken.
    Bei meinem Wagen wurde übrigens ganz ohne mein zutun (oder das der Niederlassung) die AGR-Rate auf 0,7 gesetzt. Im Zuge der Reinigung der Ansaugbrücke bekam das komplette Auto ein Update. Laut Aussage des Servicemeisters war darin bereits die Anhebung auf 0,7 enthalten. Demnach also eine Maßnahme direkt von der BMW AG bei Verkokung.
    An einem dieseluntauglichem Fahrprofil wird es wohl nicht liegen, denn mit der von Dir zitierten VP44 bin ich über 321.000km ohne jeglichen Defekt gefahren bis ich den e46 verkauft habe.


    "Wäre da aber kein Abgas im Ansaugtrackt (und somit Ruß). so gäbe es kaum Ablagerungen in der Ansaugbrücke"


    Abgas ist Inertgas und eignet sich gut für diese System. Wir könnten auch ein zusätzlichen Tank mit dem Gas verbauen, aber warum der Aufwand wenn Abgas da optimal ist. Wenn die Materialien und Komponenten nach dem Start des Motors ihre Betriebstemperatur erreichen, dann Kondensiert der Ruß mit dem restlichen Wassergehalt des Abgases nicht dauerhaft an den Materialien und er entstehen keine Verkorkungen.


    Ich könnte es jetzt etwas simpler erklären, da ich das im Beitrag zuvor eigentlich schon erklärt habe, aber anscheinen zu viel des guten habe:


    Nach dem Start des Motors gelangt das Abgas durch die AGR wieder zum Motor, soweit so gut. Wenn der Motor nach diesem Start nicht bald seine Betriebstemperatur erreicht, dann bleiben die Rest, welche sich zu beginn an den kalten Materialien anlagern dort und werden mit der Zeit fest. Sollte der Diesel dann aber wie ein Diesel bewegt werden und der Motor erreicht seine Betriebstemperatur, dann werden die Materialien warm und die minimalen Reste verdunsten wieder. Es sind immer wieder minimale mengen die sich ablagern, aber beim richtigen Fahrprofiel nach kurzer Zeit wieder lösen. Sollte der erste Part jetzt öfter vorkommen, ohne, dass der Motor seine Betriebstemperatur erreicht, dann bleibt diese kleine Schicht und dann kommt beim nächsten Start die nächste dazu. Man kann es nun so sehen: Das AGR System zeugt deutlich ob der Wagen auch so gefahren wird, wie es soll oder nicht. Es ist aber so, dass diese Probleme vor allem den zweiten und dritten Markt treffen.


    Wer sich ein Diesel direkt bestellt, weiß warum und da wird genau gerechnet, diese Fahrer haben keine Probleme. Nach einiger Zeit werden diese Fahrzeuge verkauft und die Leute, welche eigentlich kein Sechszylinderdiesel für ihren kurzen Weg zur Arbeit haben sollten, holen sich den. So sind die Probleme vorprogrammiert.


    Der Luftfilter hat jetzt mit der AGR nicht so viel zu tun. Dort wird die eingesaugte Luft zu erst gefiltert, aber danach nicht mehr.




    Mir ist schon klar, dass man den Sauerstoffanteil der Verbrennungsgemisches senken möchte um niedrigere Brennraumtemperaturen und somit niedrigere Stickstoffemissionen zu erhalten. Was ich nicht verstehe ist, weshalb man das Abgas dafür nicht nach dem Rußfilter zapft. Der Weg wäre etwas länger, aber was spricht technisch dagegen? Ist der Abgasdruck nach dem Filter/Kat nicht mehr hoch genug?
    Wäre toll, wenn Du hier für Input sorgen könntest!


    "Was spricht teschnisch dagegen?"


    Nicht viel, aber genug. Zum Teil die Kosten, zum Teil die Technik.


    Technisch: Das Abgas wäre nicht mehr heiß genug und müssten erneut aufgeheizt werden. Auch hier wieder das selbe Problem: Wenn der DPF seine Betriebstemperatur nicht erreicht, haben wir das selbe Problem --> Dieselfahrer mit falschen Fahrprofil.


    Kosten: Warum sollten wir noch mehr Materialien verbauen, die den Preis erhöhen, wenn man das ganze auch einfach mit dem richtigen Fahrprofil, welche auch 95% der Erstkäufer haben, ausgleichen kann.

  • Technisch: Das Abgas wäre nicht mehr heiß genug und müssten erneut aufgeheizt werden. Auch hier wieder das selbe Problem: Wenn der DPF seine Betriebstemperatur nicht erreicht, haben wir das selbe Problem --> Dieselfahrer mit falschen Fahrprofil.


    Vielen Dank für diese Erklärung!


    Was ist denn das richtige Fahrprofil? Genügt es, wenn die Öltemperatur 100°C erreicht, also mindestens 15-20km pro Strecke gefahren werden? Ich frage deshalb, weil der Vorbesitzer meines Wagens bei über 30tkm/Jahr war und überwiegend Langstrecke (Rastatt-Milano, Rastatt-Nürnberg, Rastatt-Dortmund). Ich selbst fahre zwischen 30 und 40tkm/Jahr. Strecken unter 5km kommen nur äußerst selten vor. Warum ist das kein Dieselprofil?

  • Dann soll BMW gefälligst in sein Verkaufsprospekt schreiben das ich einen Diesel nicht auf Kurzstrecke fahren kann/darf. Ich lese dort nichts dergleichen. Warum nicht wenn es technisch solche Probleme macht? Gibts dafür auch eine Erklärung???


    Es kann doch nicht sein das ich als Nutzer für mein Fahrprofil mit solchen Problemen bestraft werde und München nur mit den Schultern zuckt bzw. sagt "na einen Diesel fährt man schließlich nur auf Langstrecke"....

    Einmal editiert, zuletzt von stussy ()

  • Leider ist der Benziner auch nicht unbedingt für Kurzstrecke geeignet. Stichwort NOx-Kat. Der reinigt sich auch nicht ab einer bestimmt Temperatur und Fahrweise.
    Weißt jetzt aber nicht, ob der beim F1x auch verbaut ist. Beim 1er auf jeden Fall.

  • "1. Pflanzenöl in einem Dieselmotor geht, wenn die Einspritzdrücke unter 350bar liegen."


    Bitte wer spricht hier von Pflanzenöl???? Nix für ungut, aber ich würde nie auf die dumme Idee kommen Pflanzenöl in den BMW (Common Rail) ohne aufwendige Profi-Umrüstung reinzukippen. Dies ist zwar technisch ohne weiteres machbar, wirtschaftlich jedoch völlig unsinnig ist. Wenn Du Dich für Pflanzenölfahren interessierst, dafür gibt es ganz andere Foren wie: www.fmso.de usw. usw. Ich gehe davon aus Du kannst B100 von Pflanzenöl unterscheiden, falls nicht, hilft hier Wikipedia etc. aber es sollen hier bitte keine Äpfel mit Birnen verglichen werden.... der ganze lange Absatz 1. fällt somit WEG. Einige Links für Leute die Biodiesel von Pflanzenöl immer noch nicht unterscheiden können:
    L1
    L2
    L3
    L4
    L5


    "2.Nichts für Ungut, aber Kurzstrecken ruinieren dir deine gesamte AGR. "
    nun und deswegen muss ich mit dem AGR was machen, anheben der Frischluftrate oder Abklemmen der Ansteuerung oder etwas anderes... Man wählt sich sein Fahrprofil doch nicht willkürlich wie das Tagesmenü aus der Speisekarte aus.. :)


    P.S: sorry für das Format, irgendwie funzt bei mir auf diesem PC die Zitatfunktion nicht richtig..

  • Moin´



    habe mir jetzt mal ein bissl auf Wikipedia die Zeit vertrieben. Habe da einen Absatz zum Biodiesel gefunden, der mir da nicht so gut gefällt.


    Biodiesel zeigt, speziell bei hohem Wasseranteil, eine Tendenz zu mikrobiologischer Verunreinigung. Dadurch entstehen unter anderem Proteine, die schleimige Emulsionen bilden und die Kraftstoffqualität beeinflussen.[59]
    Ein Problem stellt der Biodieseleintrag ins Motoröl dar. Wie bei Normaldieselbetrieb gelangt unverbrannter Biodiesel an die Zylinderwand und damit in den Schmierkreislauf. Reiner Dieselkraftstoff beginnt bei circa 55 °C zu verdampfen. Erreicht das Motoröl im Fahrbetrieb diese Temperatur, verdampft der herkömmliche Diesel aus dem Motoröl und wird über die Kurbelgehäuseentlüftung der Ansaugluft beigemengt und verbrannt. Da Rapsmethylester erst ab etwa 130 °C zuverdampfen beginnt und das Motoröl diese Temperatur nicht erreicht, reichert sich Biodiesel im Motoröl an. Durch höhere örtliche Temperaturen im Schmierkreislauf zersetzt sich der Biodieselanteil allmählich unter Verkokung und Polymerisation, was zu festen oder schleimartigen Rückständen führt.[36] Dies und die Verschlechterungen der Schmiereigenschaften bei hoher Biodieselkonzentration im Motoröl können zu erhöhtem Motorverschleiß führen, weswegen der Ölwechsel bei Biodieselbetrieb in kürzeren Intervallen erforderlich ist.[52] Der Betrieb mit Biodiesel kann für moderne Abgasnachbehandlungssysteme problematisch sein, da die im Biodiesel vorhandenen Spuren von Anorganika zu Ablagerungen führen und diese Systeme schädigen können.[60]
    Der Energiegehalt von Diesel liegt etwa bei 36 MJ/l, während Biodiesel einen Energiegehalt von 33 MJ/l aufweist.[61] Wegen der geringeren Energiedichte können beim Einsatz von Biodiesel Leistungseinbußen von etwa 5 bis 10 % oder ein ebenso erhöhter Kraftstoffverbrauch auftreten.



    Was ist davon zu halten und ist es das Wert, das Risiko einzugehen. Wenn dem so ist, wie da steht, dann muss ja das Öl öfters gewechselt werden. Stehen die Mehrkosten für die ständige Ölwechselei überhaupt im Verhältnis zur Ersparnis, die der Betrieb mit Biodiesel bringt? Derzeit liegt der Dieselpreis unter einem Euro. Was bezahlt man für nen Liter Biodiesel? Dazu kommt ja noch, dass der Energiegehalt von B100 geringer ist, was einen Leistungsverlust, b.z.w. Mehrverbrauch zur Folge hat.



    MfG



    Jens

  • Jens wg. Verkürzung der Ölwechselintervalle bei Einsatz von B100


    Was Du gefunden hast entspricht im großen und ganzen der Wahrheit, mann muss einiges bei B100 beachten.


    absolut Schlecht bei B100:
    alten Sprit aus hinterhoftankstelle zu tanken (Feuchtigkeit und Wasser etc.)
    B100 Tanken und dann 3-4 Monate verrreisen und alten B100 im Tank "schorren lassen"


    Sollte man bei B100 machen:
    nur an Bekannten Tankstellen zu tanken (dort wo ich Tanke weiss ich die Tankstelle wird alle 3-4 Tanke mit frischem B100 beliefert = 0% Gefahr alten Sprit zu tanken
    Ölwechselintervalle sind zu halbieren - das lohnt wohl kaum, wenn man dies ausschliesslich beim Freundlichen machen lässt.
    Wenn man es entweder selber oder in einer günstigen Freien Werkstatt macht, dann fallen zum Motorölpreis 3€/Liter d.h. 17€ + Filterkosten (+ca. 20€) noch weitere 20€ für die Arbeit an. Dies kann ich durchaus alle 12000km verkraften...
    Ein verkürzter Ölwechselintervall tut dem Motor aber sowieso gut !!!


  • Biokraftstoff ist im Prinzip nichts anderes als Pflanzenöl. Biokraftstoff entsteht durch Umesterung von Pflanzenöl. Was dich als Kunde dahingehend interessiert, es ist Pflanzenöl nur etwas chemisch aufbereitet (Und genau deswegen teurer).


    Es stimmt, man wählt sich sein Fahrprofil kaum aus, aber was man sich auswählt ist das Fahrzeug. Wenn du ein Diesel fahren willst, aber keine Langstrecken Fahrer bist, dann hol dir einen, aber bitte kein Sechszylinder. Auf kurzen Strecken kann der eh nicht seine Vorteile ausspielen und die Wartungen werden dich unglücklich machen.

  • Dann soll BMW gefälligst in sein Verkaufsprospekt schreiben das ich einen Diesel nicht auf Kurzstrecke fahren kann/darf. Ich lese dort nichts dergleichen. Warum nicht wenn es technisch solche Probleme macht? Gibts dafür auch eine Erklärung???


    Es kann doch nicht sein das ich als Nutzer für mein Fahrprofil mit solchen Problemen bestraft werde und München nur mit den Schultern zuckt bzw. sagt "na einen Diesel fährt man schließlich nur auf Langstrecke"....

    . Ich denke, dass das allgemein bekannt sein müsste, dass Diesel nichts für kürzere Strecken sind und dass da gegebenfalls m it Problemen zu rechnen ist. Nicht nur BMW Diesel sind davon betroffen sondern andere Marken auch. Mein Streckenprofil( 18 km zur Arbeit) ist auch nicht optimal aber ich habe das im Kauf genommen und hoffe, dass das über längere Zeit gut geht. Wir werden sehen ;)

    F10 , Eibach Sportline 45/40, 20" Breyton GTS 8,5J/ET35, 10J/ET35, Schmiedmann M5 Carbondiffusor usw.